Alles über den Meister des anspruchsvollen Trashfilms

 

 

Ultimate Chase: Die letzte Jagd
(Adrenalin: Fear The Rush)

 

Cover "Ultimate Chase"

Bisheriger Mittelwert für diesen Film:

4 von 10 Punkten

 


Beginnen wir mit dem Erfreulichen: Dies ist die erste Zusammenarbeit zwischen Albert Pyun und "Highlander" Christopher Lambert. Die weibliche Hauptrolle ging an die bildhübsche Natasha Henstridge.
Nun das weniger Erfreuliche: Der gesamte Film!!
Nach einer ewig langen Exposition über den Verfall des Ostblocks und den langsamen Untergang der Zivilisation beginnt die eigentliche "Handlung". Die ersten 10 Minuten dienen dazu, den Streifen in die Länge zu ziehen, da sie mit dem Rest nichts zu tun haben.
Ein von irgendwas befallener Kerl rennt durch die Straßen, und tötet wahllos Menschen. Christopher Lambert und Natasha Henstridge rennen hinterher...
Das war's, der Film ist eine einzige Verfolgungsjagd. Ohne Gespür für Dramatik hetzt man durch Gänge und verfallene Ruinen bis die Lunge ausgekotzt wird. Zwischendurch bekommt Lambert einige Kugeln verpasst, was optisch recht hübsch anzusehen ist (der Zuschauer als fliegende Kugel). Pyun vermeidet hier die für seine Zukunftsreißer üblichen Filter. Also keine extremen Rot, Gelb, Braun, oder sonstigen Verfremdungen. Trotzdem ist das Werk ein Ärgernis, es als Spielfilm zu bezeichnen wäre anmaßend. Als Experiment würde ich sagen Okay, obwohl auch das nicht gelungen wäre. Verschwendete Zeit!

 

 2 von 10 Punkten


von Markus Köhler


Ich hatte das zweifelhafte "Vergnügen", diesen Film beim Fantasy-Filmfest auf einer großen Leinwand zu sehen. Angeregt durch den Werbetext im Programmheft ("Der Showdown beginnt nach 15 Minuten, und wird bis zum Ende furios durchgehalten.") erwartete ich also einen amüsanten Actionkracher. Pustekuchen!! Der Showdown beginnt zwar tatsächlich nach 15 Minuten, besteht aber nur aus einer Dauerverfolgungsjagd durch die Straßenruinen Prags. Da keine Story zur Hand war, dachte sich Albert wohl, er liefert einfach das ab, was er am besten drauf hat... Verfolgungsjagden zu Fuß mit ein paar Ballereinlagen. Leider wirkt das auf die Dauer ziemlich ermüdend auf den Zuschauer, da man durch fehlende Charakterzeichnungen weder mit den Protagonisten mitfiebert, noch durch atemberaubende Action vom fehlenden Drehbuch abgelenkt wird.
Die Darsteller geben sich keine Mühe, ihre Rollen mit Leben zu erfüllen. Besonders Christopher "Connor MacLeod" Lambert fällt durch sein lustloses Spiel auf. Weiß der Geier, wie Albert die beiden (eigentlich recht etablierten) Hauptdarsteller Lambert und Henstridge dazu bewegen konnte, für diesen Mist zu unterschreiben... wenn man den fertigen Film sieht, könnte man meinen, es hätte mit Drogen zu tun gehabt!
Die Kameraarbeit ist verhältnismäßig gut (mehr ist wohl aus Straßenruinen nicht rauszuholen), und entschädigt zumindest im Kino etwas für die verlorene Zeit. Bei der Videofassung lässt sich all das nur erahnen, denn sie ist auf Vollbild aufgeblasen (von ehemals 2.35:1), und zu allem Überfluß stark geschnitten.
Fazit: Im Kino noch einigermaßen erträgliche Hetzjagd, die auf dem TV nur noch langweilig ist!

 
 3 von 10 Punkten


von Kai Schmidt


Ich bin wohl einer der Wenigen, denen der Film gut gefällt. Dabei möchte ich anmerken das ich eigentlich kein eingefleischter Pyun-Fan bin. Mean Guns gefiel mir beispielsweise weniger. Aber zurück zu diesem Film : Positiv fällt gleich zu Anfang die klasse Kameraführung auf, der Sound ist mit seiner Hintergrundmusik und den Surroundeffekten auch klasse, und die gute Besetzung spielt durchaus glaubwürdig. Was negativ auffällt ist die Spannung: die will selbst bei ausgeschaltetem Licht nicht so recht aufkommen. Abgesehen davon ist die Logik manchmal auch etwas haarsträubend, aber da gab es auch schon Schlimmeres. Ich finde diesen Film wirklich nicht schlecht. In der geschnittenen TV-Fassung fällt er aber etwas ab.
 
 8 von 10 Punkten


von Henry Nielacny


Ultimate Chase - Die letzte Jagd (Warum hat man es nicht einfach beim Originaltitel "Adrenalin: Fear The Rush" belassen?) wurde wieder einmal mit einigen Mitgliedern des Albert-Pyun-Clans gedreht. Christopher Lambert gibt den Hauptdarsteller (sicherlich eine Rolle, mit der er noch in Jahrzehnten identifiziert werden wird ...), der den Großteil des Films jedoch nur als Kugelfang herhalten muß. Was hat Christopher Lambert nur dazu bewogen, diese Rolle anzunehmen? Darsteller in einem B-Movie zu sein ist eine Sache, aber auch solche Rollen können Potential haben ... Auch Natasha Henstridge, neben Lauren Hutton und Famke Janssen eines der Ex-Models, die sich im Filmgeschäft behaupten konnten, ohne daß jeder ihrer Filmauftritte von hämischen Kritiken begleitet wird, wirkt in diesem Film wie ein Fremdkörper. Hat sie Ultimate Chase vor (könnte ich verstehen!) oder erst nach Species gedreht? Ultimate Chase bringt mich, in einer Zeit, in der die Entwicklung von Verschwörungstheorien geradezu inflationäre Erscheinungen zeigt, zu der Annahme, daß es sich bei Albert Pyun nicht nur um eine, sondern um drei Personen, evtl. Drillinge, handeln muß: Der eine dreht die üblichen Endzeitfilme und fantastisch-utopischen Thriller wie die Nemesis-Reihe, Mean Guns, Captain America u.ä.
Der zweite dreht anspruchsloseste Direct-To-Video-Filme wie Ultimate Chase oder Das Alien vom Highway (obwohl ich von diesem Film bisher nur etwa die ersten 60 Minuten ertragen habe - und das auch wirklich ausreicht!) und deren Produktion wohl hauptsächlich dazu dienen dürfte, die finanziellen Mittel für andere, teurere und anspruchsvollere Filme zu erhalten.
Und der letzte dreht Filme wie Serial Killer und Ticker und schafft es, dafür sogar diverse Hollywood-Stars der Oberliga wie Charles Sheen, Steven Seagal und Dennis Hopper vors Kameraobjektiv zu bringen.
In einer Zeit, in der B-Filme durch dreistellige Millionenbeträge zu A-Filme aufgeblasen werden, ist es doch etwas verwunderlich, daß Albert Pyun bisher keinen höheren und angeseheneren Bekanntheitsgrad erreicht hat, obwohl er nun doch auch schon seit etwa 20 Jahren im Geschäft sein dürfte. Oder liegt es einfach daran, daß er sich den Maßstäben des gemeinen Publikums bisher eher verschlossen hat? Aber besser als diverse Regisseure, die aus der Werbefilmbranche kommen, ist Albert Pyun allemal ...

 
 3 von 10 Punkten


von Armin Träger


 

 

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