Alles über den Meister des anspruchsvollen Trashfilms

 

 

Nemesis 4: Engel des Todes
(Nemesis 4: Cry Of Angels)

 

Cover "Nemesis 4"

Bisheriger Mittelwert für diesen Film:

5 von 10 Punkten

 


Es waren einmal 20 junge Engel, die frisch im Himmel ankamen. Bald schon langweilten sie sich, und dachten laut darüber nach, doch in Richtung Hölle weiterzuziehen. Der liebe Gott war entsetzt: Er beauftragte einen Erdenbürger namens Albert Pyun damit, einen Film über die Hölle zu drehen, um die armen Seelen abzuschrecken. Schon 6 Stunden später legte er den jungen Engeln sein noch namenloses Werk vor. Nachdem die Engel den Film gesehen hatten, begannen 15 von ihnen, zu weinen. Albert war fasziniert, und taufte seinen Film "Cry of Angels". Die 15 Engel beruhigten sich wieder, und blieben im Himmel.
Nemesis 4 hat mit seinen Vorgängern außer Hauptdarstellerin Sue Price nichts zu tun. Es geht zwar wieder um Cyborgs, aber das tut nichts zur Sache. Alex heißt jetzt mit Nachnamen nicht mehr Rain, sondern Sinclair, ist inzwischen zum Vollcyborg mutiert, und steht als Auftragskillerin (bevorzugt nackt) im Dienst einer obskuren Organisation. Irgendwann reicht es ihr... sie setzt sich hin, und wartet. Zwischendurch erschießt sie jemanden, vögelt, oder labert Müll. Highlight an Sinnlosigkeit ist hier das Telefongespräch zwischen ihr und dem Vater ihres letzten Opfers!
Wir bekommen Cyborg-Sex zu sehen (sehr innovativ!!), und außerdem zeigt uns Pyun hier, was man mit schlechten Effekten alles anstellen kann, und wie man ohne Drehbuch ein beträchtliche Menge Zelluloid verschwendet.
Also ehrlich... jetzt reicht's! Dachte ich noch, Omega Doom wäre der größte Cyborg-Müll, kommt Albert hier erst so richtig in Fahrt. Es wird diskutiert, was die Fresse hergibt ("Hast Du Engel singen hören?"), aber wie kann man noch von Tiefgang reden, wenn... ach, was weiß ich!
Nachdem die Nemesis-Reihe so vielversprechend begann, und danach zwar billig, aber routiniert fortgeführt wurde, herrscht hier das blanke Chaos! Sue Prices nackten Oberkörper (ca. 80% des Films) als einzigen Schauwert zu zeigen, ist nicht genug für jemanden, der es eigentlich besser kann (siehe Nemesis 1).
Ich mache es kurz: SONDERMÜLL!

P.S. Die 5 Engel, die nicht weinten, kehrten zur Erde zurück, nennen sich nun Filmstudenten, und verehren Alberts Filme wegen Innovativität und Philosophie. Halleluja!

 

 1 von 10 Punkten


von Markus Köhler


Mit scheinbar noch sparsameren Mitteln als in den vorangegangenen Teilen inszenierte Albert Pyun Nemesis 4: Cry of Angels, und schuf auch hier wieder beeindruckende Bilder und Szenen, die im Gedächtnis bleiben. Angeblich in Osteuropa gedreht, zeigt uns Pyun sonnendurchflutete Straßenschluchten inmitten zerschossener, ausgebrannter Häuserruinen.
In dieser Szenerie bewegen sich die Darsteller überzeugender, als so mancher Hollywood Star in einer A-Produktion. Der vierte Teil besticht durch seine Kammerspielartige Inszenierung.
Sich seiner geringen Mittel offenbar bewußt, setzt Pyun auf die Story, sowie die Charaktere und deren Weiterentwicklung: Agierte seine Protagonistin Alex (Sue Price) in den beiden vorangegangenen Filmen noch als neue Hoffnung im Kampf gegen die Cyborgs in Shorts und Muscleshirt, mit Rastalocken, dreckig und blutig und emanzipiert in allen Bereichen, so überzeugt Sue Price im vierten Teil als zweifelnder Profi mit wallender blonder Mähne auf High Heels, und zumindest zeitweise in symbolhaftes, unschuldiges Weiß gekleidet. Ich habe mich oft gefragt, was Sue Price (außer der Bezahlung) dazu bewogen hat, diese Rolle anzunehmen. Aber außer der Wrestlerin Chyna kann ich mir sonst niemanden in der Rolle der Alex vorstellen. Sue Price präsentiert in Nemesis 4, noch mehr als in den vorangegangenen Filmen, ein Frauenbild für Männer, die keine Angst vor starken Frauen haben!
Nemesis 4 scheint nicht nur dialoglastiger zu sein als seine Vorgänger (eine Seltenheit in diesem Genre, und eine eindeutige Stärke von Albert Pyun), sondern auch zurückhaltender an Action-Szenen. Das Waffenarsenal ist stark geschrumpft, nur ein paar leichte Handfeuerwaffen kommen zum Einsatz. Auch die F/X sind auf ein Minimum reduziert worden.
Dafür dreht Pyun voll auf, wenn es darum geht, die körperlichen Vorzüge seiner Hauptdarstellerin ins rechte (Sonnen-) Licht zu rücken. Daß dabei keine einzige dieser Szenen obszön wirkt ist eine Kunst, die in der heutigen Zeit wohl nur wenige Filmemacher beherrschen! Das ärgerlichste an Nemesis 4 ist die Lauflänge. Bedauerlich auch, daß die Schlußszene von Nemesis 3 zu Beginn des vierten Teils lediglich wiederholt wurde. Diese Schlußszene, die eine durch die Dunkelheit stapfende Alex zeigt, und mich hoffen ließ, daß nach drei sonnendurchfluteten Teilen endlich eine Episode in tiefster Nacht gedreht werden würde. Da Sue Price in dieser Szene noch die Rastalocken aus Nemesis 2 trägt, frage ich mich, ob diese Szene noch länger produziert, aber bisher dem Zuschauer (bis auf den erwähnten Ausschnitt) vorenthalten wurde...
Der offene Schluß, vor allem jedoch die überlebende Protagonistin, läßt mich auf eine Fortsetzung hoffen!
Von allen Nemesis-Filmen der ungewöhnlichste...
 
 8 von 10 Punkten


von Armin Träger


Dieser Film hat NICHTS mit der Nemesis-Reihe zu tun! Vermutlich wurde der Zusatz "Nemesis 4" aus werbetechnischen Gründen eingefügt, weil man dem Werk sonst keine Chance gegeben hätte...
Mir ist das "völlig unverständlich", denn dieser Film ist zumindest besser als Nemesis 3! Pyun besinnt sich wieder einmal auf seine Stärken: Die Philosophie und seine heißgeliebten Cyborgs. Den ganzen Film über wird philosophiert, bis die Schwarte kracht! Okay, ab und an gibt es eine Unterbrechung durch eine uninspirierte Actionszene, aber das kann man verschmerzen. Gerade in Anbetracht der Cyborg-Sex-Szene ist dieses Werk aber ein absolutes Muss! Selten habe ich so viel Kreativität und Innovation gesehen, wie beim Cyborg-Geschlechtsverkehr, der durch den Bauchnabel stattfindet - Man muss es wirklich gesehen haben, um es zu glauben!
Viel mehr gibt es zu diesem Film eigentlich nicht zu sagen. Pyun at his best - Das heißt Philosophie, "geistreiche" Dialoge, etwas Action, und Cyborgs!
Wer's mag wird durchaus gut bedient, alle anderen sollten tunlichst die Finger davon lassen!
 
 6 von 10 Punkten


von Kai Schmidt


 

 

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