Alles über den Meister des anspruchsvollen Trashfilms

 

 

Nemesis 3: Die Entscheidung
(Nemesis 3: Time Lapse)

 

Cover "Nemesis 3"

Bisheriger Mittelwert für diesen Film:

3 von 10 Punkten

 


Teil 3 geht da weiter, wo Nemesis 2 aufhörte... Richtig? Nicht ganz!
Alex liegt verletzt in der Wüste. Man mag sich jetzt denken, der Jeep vom Ende des zweiten Teils hatte einen Crash, und deshalb liegt sie dort. Aber an den (in extremem Blau gehaltenen) Flashbacks erkennt man, daß noch etwas passierte. Als sie nach einer endlos scheinenden Viertelstunde endlich aufwacht, folgt sie ihren Fußspuren, und trifft auf Pyun-Dauermime Tim Thomerson, der hier Farnsworth 2 spielen darf. Dieser ist verdutzt, daß sie ihn nicht erkennt, sieht aber, daß sie angeschossen wurde, und deshalb an Amnesie leidet. Nach 20 Minuten hin und her (und merkwürdigen und vollkommen hirnrissigen Zwischenschnitten auf Thomersons "wahres Selbst") erschießt sie ihn. Die nächste Stunde ist ein Dauerflashback (diesmal nicht in Blau), der zeigt, was sich zwischen Teil 2 und 3 abgespielt hat.
Was da passiert ist uninteressant. Es ist abstrus, schlecht gespielt, und mit einigen der lächerlichsten Effekte versehen, die ich je gesehen habe. Und ich habe schon einiges gesehen!! Von guten Actionszenen hat man hier abgesehen, es wäre wohl zu teuer gewesen. Die Tarnvorrichtungen der Buggies sind dermaßen komisch, daß ich mich bis heute frage, ob sie ernstgemeint waren. Die Szenen, in denen Tim Thomersons Exoskelett gezeigt wird, spotten jeder Beschreibung. Einfach selbst ansehen, sonst glaubt man es nicht!!!
Sue Price hat nach dem 2. Teil immer noch nicht schauspielern gelernt, Thomerson ist in seiner Rolle gefangen, und versucht auch gar nicht erst, gegen den Schwachsinn anzuspielen. Norbert Weisser hingegen ist sehr bemüht, aber hoffnungslos. Für die Darstellung eines geistig Behinderten sollte man lieber zu Schauspielern, als zu Kickboxern greifen (obwohl die ja manchmal schon nah dran sind).
Erwähnen sollte man vielleicht noch das wasserstoffblonde Cyborggespann, welches dumm lachend die Gegend unsicher macht, aber einfach nicht krepieren will - SIE NERVEN!
Fazit: Das Niveau der Nemesis-Reihe geht weiter ins bodenlose. Das war aber noch nicht alles, es geht noch eine Stufe tiefer: Nemesis 4: Cry Of Angels steht noch an...
 

 2 von 10 Punkten


von Markus Köhler


Nemesis 3 - Time Lapse setzt die Ereignisse des Vorgängers fort. Jedoch in einer Weise, die mich vermuten läßt, daß Albert Pyun nicht sicher war, ob er die Finanzierung für einen vierten Teil zusammen bekommen könnte.
Der Film beginnt und endet als Drama, zeigt die verloren wirkende Protagonistin Alex, wiederum dargestellt von Sue Price, inmitten karger, sich bis zum Horizont erstreckender Wüstenlandschaften. Zwischen dem Drama versucht sich der Film als routinierter Actioner, ohne jedoch die Qualität des zweiten Teils zu erreichen. Weder Albert Pyun noch Sue Price schienen zu wissen, wie sie die Rolle der Alex in Nemesis 3 anlegen sollten, und zeigen sie zu Beginn und zum Schluß des Films als orientierungsloses Opfer ohne Erinnerung, das wohl ebensowenig wie der Zuschauer weiß, worum es überhaupt geht. Zwischen diesen Szenen beschränkt sich die Darstellung der Alex darauf, sie aggressiv und feindselig zu zeigen, schießend, schwitzend, blutend, und mit allerlei Feuerwaffen hantierend. Ja, von allen Darstellern in diesem Film wirkt Sue Price am überzeugendsten! Wenig überzeugend, eher nervend dagegen die blonden Zwillings-Cyborgs. Unvorteilhaft wirken sich auch die vielen Darsteller aus. Außer Sue Price sind die anderen Darsteller leider sehr schnell vergessen. Auch die Dialoge fielen ungewohnt einfach aus.
Bemerkenswert an Nemesis 3 sind lediglich die Musik, sowie die F/X, die zwar einfach gemacht,aber so wirkungsvoll wie sonst selten eingesetzt werden. Auch wenn das Erscheinungsbild der Cyborgs sehr simpel ist (irgendwo zwischen "Terminator" und "Cyclone"), ist es dennoch ästhetisch ansprechend. Auch das Auftauchen der Cyborgs, angeblich durch eine Linse vor der Kamera gefilmt, ist einfach aber wirkungsvoll. Und vor allem wohl kostengünstiger als die F/X anderer Filmemacher.
Die Schlußszene, ein Appetizer auf Nemesis 4: Cry of Angels, ist besser als der übrige, vorhergehende Teil 3.
Von allen Nemesis-Filmen der schwächste...
 
 6 von 10 Punkten


von Armin Träger


Dieser Film wäre ohne die üblen Effekte gerade noch annehmbar, wenn man auf richtigen Trash steht... Gerade noch!!
Auf eine echte Fortsetzung zum zweiten Teil wird verzichtet, vielmehr verbringt der Zuschauer die meiste Zeit damit, sich zu fragen, ob er nach dem "Genuß" des Films wohl genauso enden wird, wie Sue Price zu Anfang dieses Machwerkes: Mit Gedächtnisverlust in einer Wüste aufwachend.
Pyun-Spezi Tim Thomerson darf hier seine Farnsworth-Rolle zu ungeahnten Tiefen vorantreiben, und philosophiert mit der Hauptdarstellerin um die Wette. Leider hielt Albert es wohl für nötig, anhand des Farnsworth-Charakters (und den unsäglichen Buggies) die unglaublichen Fähigkeiten seines PCs zu demonstrieren: Was als Zukunftstechnologie gedacht ist, ruft beim Betrachter einen ungewollten Lachkrampf hervor! Selten gab es in einem Film (und sei er noch so billig) schlechtere Effekte zu sehen.
Hätte man auf die Dialoge zwischen Alex und Farnsworth verzichtet, und den Rest des Films nicht als Flashback, sondern als durchgehende Handlung inszeniert, wäre das Resultat wohl um einiges fließender und temporeicher geworden... So reicht es jedoch nur als letzte Ausweichmöglichkeit für einen trashigen Videoabend.
 
 1 von 10 Punkten


von Kai Schmidt


 

 

© 2004 Pyun-Team
Optimiert für eine Bildschirmauflösung von 1024 x 786 Pixeln und
Internet Explorer 5.5