Alles über den Meister des anspruchsvollen Trashfilms

 

 

Cyborg
(Cyborg)

 

Cover "Cyborg"

Bisheriger Mittelwert für diesen Film:

10 von 10 Punkten

 


Vorwarnung: Ich bin ein riesiger Endzeitaction-Fan, deshalb bin ich bei diesem Film voreingenommen.

Pyuns Meisterwerk "Cyborg" ist der mit Abstand beste Film, den Albert bisher inszenierte. Die Story ist zwar, wie meistens, nicht wichtig, aber hier gelang ihm etwas, was er später nur noch selten schaffen sollte: Der Film hat Atmosphäre.
Der ganze Film ist von solch einer deprimierenden Hoffnungslosigkeit durchzogen, daß einem Angst und Bange wird. Unterstützt wird das Ganze durch Kevin Bassinsons monotonen, aber intensiven, Score. Wer, wie ich, einmal Auszüge aus Tony Riparettis (Alberts Haus- und Hofkomponist) Originalscore gehört hat, der kommt zwangsläufig zu der Erkenntnis, daß der Streifen um einiges weicher geworden wäre. Die Kulissen, in denen sich die Handlung abspielt, sind wundervoll trostlos... alles ist kaputt, zerstört, oder sonstwie ramponiert. Das harmoniert hervorragend mit den knüppelharten Actionszenen. Besonders die Szene, in der Van Damme eine Bande Straßenräuber zu ihren Ahnen schickt ist hervorzuheben. Der in einem Rohbau ablaufende Fight ist von einer solchen Härte, daß man glaubt, selbst die Schläge abzubekommen.
Überhaupt sind die Kämpfe für einen Van Damme Film ungewöhnlich intensiv. Der obligatorische Spagat, ohne den man sich seine Filme zur damaligen Zeit nicht vorstellen konnte, ist zwar vorhanden, aber auf akrobatische Sprünge und Kicks wurde weitgehend verzichtet. Dafür wird sehr viel gestochen, geschlitzt, und aufgespießt. Um diese Fights visuell aufzuwerten verwendet Pyun extreme Zeitlupen, Filter (besonders im Finale), und die von mir nicht sehr geschätzten Wiederholungen einer Aktion aus verschiedenen Perspektiven.
Vincent Klyn ist die perfekte Verkörperung des emotionslosen Fender, auch wenn er nicht für 5 Pfennig Talent besitzt! Seine kalten Augen, die körperliche Statur, sowie die rauhe Stimme lassen keinen Zweifel daran, daß er der Böse ist. Van Damme hingegen liefert seine Standard-Heldenrolle ab, die er trotz fehlenden Könnens ganz gut beherrscht.
Erstmals auf internationaler Ebene zu sehen ist Ex- Mister Universum Ralph Möller, Rollenname: Brick Bardo! Er darf aber nur ein wenig herumgrunzen, bevor er von Van Damme gemeuchelt wird.
Diesen atmosphärisch dichten, stellenweise ultraharten Actioner empfehle ich jedem, der Lust hat, seine Aggressionen via Bildschirm auszuleben.
 

 10 von 10 Punkten


von Markus Köhler


Bei Cyborg handelt es sich wohl um Pyuns bekanntesten Film, was nicht zuletzt am Hauptdarsteller Jean-Claude Van Damme liegen dürfte. Der kompromißlose Film ist in jeder Videothek zu finden, und vielen Konsumenten ist nicht bewußt, daß der Regisseur auch für "Gurken" wie Nemesis 4 oder Spitfire verantwortlich ist. Das mag daran liegen, daß Pyun hier in seiner Kreativität eingeschränkt war, und ein massentaugliches Produkt abliefern musste. Das Endzeitspektakel ist mit keinem anderen Werk Pyuns vergleichbar. Zwar strotzt der Film vor Symbolik (z.B. die Kreuzigung und "Wiederauferstehung" Gibsons), die geliebten philosophischen Dialoge halten sich aber stark in Grenzen. Das Hauptaugenmerk liegt darin, den damals aufstrebenden Actionstar Van Damme in knallharten Kämpfen ins rechte Licht zu rücken. Zwar wurde der Film mit merklich wenig Geld heruntergekurbelt, aber besonders das in verregneter Nacht stattfindende Finale wird durch die gute Kameraarbeit hervorragend in Szene gesetzt. Die beiden Hauptdarsteller Vincent Klyn (wunderbar diabolisch, und von Grund auf böse) und Jean-Claude Van Damme (in den Kampfszenen überzeugend, ansonsten nervt sein Dackelblick etwas) geben gute Gegner ab, und bekämpfen sich bis aufs Blut.
Es spricht für Pyun, daß Cyborg bis heute zu Van Dammes besten Filmen zählt, und das trotz dem in letzter Zeit gestiegenen Budget (wobei Van Dammes letzte Werke allerdings wieder günstig gedrehte Videopremieren waren)!
Obwohl ich immer noch Nemesis für Pyuns besten Film halte, gewinnt er nur mit hauchdünnem Vorsprung! Cyborg ist Pflichtwerk für alle Actionfans, und immer wieder für einen Videoabend gut. Vorsicht allerdings bei den Fernsehfassungen!!! Dort läuft der Film (ohne Werbung) meistens noch 59 Minuten, und ist um wichtige Szenen gekürzt, die sehr zum Verständnis beitragen.
 
 10 von 10 Punkten


von Kai Schmidt


 

 

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