Alles über den Meister des anspruchsvollen Trashfilms

 

 

Crazy Six
(Crazy Six)

 

Cover "Crazy Six"

Bisheriger Mittelwert für diesen Film:

4 von 10 Punkten

 


Es hat meistens nichts gutes zu bedeuten, wenn ein Film lange auf sich warten lässt. die Ausnahmen sind eher rar, siehe die God's Army-Reihe. Bereits 1997 fertiggestellt, erreichte uns endlich ein mit "großen" Stars gespickter Drogenthriller, der es schafft, nicht für 3 Sekunden interessant zu erscheinen. Es geht um Crazy Six (Rob Lowe), einen Junkie, der im Auftrag von Dirty Mao (Mario van Peebles) einen konkurrierenden Drogenbaron (Ice-T) beklaut und sich selbst ein kleines bißchen Plutonium mitnimmt. Woher es kommt und warum ein Drogenbaron überhaupt Plutonium besitzt wird nicht verraten. Jedenfalls ist er von jetzt an ständig high, wird von einem Cop aus Amerika (Burt Reynolds), der aus unerfindlichen Gründen in Prag (wo der Film spielt) arbeitet, gejagt. Hin und wieder werden einige Fußsoldaten erschossen, Alberts Standardmimen Thom Mathews und Norbert Weißer rennen manchmal durchs Bild, und Drogen werden auf erbärmlichste Art und Weise verherrlicht. Ich weiß nicht, ob Albert einen Trainspotting im Gangstermillieu im Sinn hatte, aber was herauskam ist lediglich ein handwerklich solider (einige Überblendungen und Kamerafahrten sind ansehnlich), aber niemals spannender Drogenkrimi mit billiger Action. Die Schießerein sind schlecht und kurz, die Darsteller sind sich wohl irgendwann kurz vor Ende der Dreharbeiten bewußt geworden, für wenn sie hier drehen, und daß wiedermal Prag als Kulisse genutzt wurde macht es auch nicht besser. Interessant ist aber, daß Autos, die bei Nemesis 4 noch futuristisch sein sollten, jetzt ganz gewöhnlich sind und aus den Laserknarren wieder ganz normale Waffen wurden. Die Kulissen sind auch dieselben, manche Ecke wurde im selben Winkel aufgenommen wie in dem berüchtigten Sci-Fi-Langweiler. Etwas Positives bleibt noch: Wie fast immer gelingt es Tony Riparetti einige gute Score-Melodien zu kreieren, schade, daß ich noch nie außerhalb von Alberts Arbeiten etwas von ihm entdeckt habe. Noch etwas elementares: Irgendwie hat Albert in letzter Zeit den Faden verloren. Waren seine früheren Werke zumindest stilistisch noch auf die eine oder andere Art und Weise herausragend, entwickelt er sich immer mehr zum Handwerker, dem die Ideen ausgehen. Serial Killer, Mean Guns, usw. hatten nichts besonderes mehr. Sie sind nur noch mehr oder minder gelungene Videothekenunterhaltung, auch Crazy Six macht da keine Ausnahme. Wie wäre es mal wieder mit einem schönen, billigen Kickboxfilm....

 
 3 von 10 Punkten


von Markus Köhler

 
Zugegeben: Albert hat schon bessere Filme abgeliefert! Trotzdem ist Crazy Six nicht ganz so schlimm, wie oben zu lesen. Die Figuren sind wunderbar skurril: Da wäre der Drogendealer (Ice-T), der auf Plutonium steht, der Gangsterboß (Mario van Peebles), dessen ein und alles sein kleiner Hund ist, der amerikanische Cop (Burt Reynolds), der ständig mit einem Cowboyhut rumläuft, und der verrückte sechste Sohn "Crazy Six" (Rob Lowe), der ständig zugedröhnt ist. Dazu kommen teilweise wunderbar trashige Dialoge, wie z.B. folgender: "Crazy Six? Was ist das für ein Name?" "Ich war der sechste Sohn." "Und wieso Crazy?" "Weil ich verrückt bin... manchmal!"
Was will man mehr? Eine schlüssige Handlung? Action? Einen Sinn? Das bekommt man alles... allerdings in anderen Filmen! Bis auf die hervorragende Kameraarbeit, die gute Musikuntermalung, und die verspielten Farbeffekte bietet dieses Werk leider nichts, was es für den normalen Zuschauer erträglich macht. Und so zieht sich das Drogendrama die meiste Zeit wie Kaugummi.
Die für einen Pyun-Film ungewohnt hochkarätige Darstellerriege schlägt sich recht wacker. Das soll nicht heißen, daß die Schauspieler zu Hochform auflaufen, sondern daß sie aus dem Engagement eben das Beste machen. Ice-T spielt mit gewohnt verkniffenem Gangsta-Rapper Gesicht, Burt Reynolds gibt eine souveräne John-Wayne-Nummer, Mario van Peebles spielt seine Rudolph Mooshammer Kopie recht lässig, und Rob Lowe ist sowieso immer zugedröhnt!
Fazit: Für Pyun-Komplettisten natürlich unumgänglich, der Normalzuschauer könnte allerdings enttäuscht werden!
 
 5 von 10 Punkten


von Kai Schmidt


 

 

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